bke-Stellungnahmen und bke-Hinweise

Mit bke-Stellungnahmen äußert sich die bke zu Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für das Gebiet der Erziehungs- und Familienberatung. bke-Hinweise geben Anregungen zur praktischen Gestaltung der Arbeit in den Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Die Texte in beiden Rubriken sind durch Beschluss des Verbandes autorisiert.

Informationen 2/18: bke-Stellungnahme - Unterschiedliche Familien - zahlreiche Möglichkeiten

Die Diskussion um das gemeinsame Erziehen nach elterlicher Trennung ist derzeit ein wichtiges fachpolitisches Thema der Erziehungs- und Familienberatung bei Trennung und Scheidung. Sie wird begleitet von einer gewachsenen Akzeptanz und Normalität zeitlich begrenzter Liebesbeziehungen Erwachsener, der Intensivierung von Elternschaft sowie von veränderten Rollen von Müttern und Vätern. Gesellschaftlicher Wandel mit dem Leitbild partnerschaftlicher Aufgabenteilung beider Eltern mit selbstverständlicherer gemeinsamer Verantwortung im Betreuungsalltag führen zu einer größeren Bandbreite der Möglichkeiten, wie das familiäre Zusammenleben gestaltet wird - sowohl, wenn die Eltern ein Paar sind, als auch nach einer Trennung; oder zu gelebter Vielfalt von Geburt des Kindes an, wie sie zum Beispiel bei Regenbogenfamilien zu finden ist. Das erfordert eine Weiterentwicklung der gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Betreuungsmodelle getrennt lebender Eltern. Nicht unerheblich für die Beratung sind auch die Lebensbedingungen einer (getrennten) Familie, die nicht zuletzt von den materiellen Möglichkeiten, dem Umfang der notwendigen Erwerbstätigkeit und der Wohnsituation geprägt sind.

Informationen 1/18: bke-Hinweis - Dokumentation von Beratungsprozessen

Die Dokumentation von Beratungsprozessen ist eine fachlich anspruchsvolle Aufgabe, deren rechtlicher Hintergrund in vielerlei Hinsicht komplex ist. Im Folgenden werden die wichtigsten Eckpunkte der formalen und inhaltlichen Notwendigkeiten, die bei der Dokumentation von Beratungsprozessen Bedeutung haben, dargestellt. Sie sind sowohl bei den Aufzeichnungen zu umfangreichen und lang andauernden Beratungen zu beachten als auch bei weniger aufwändigen Beratungen, da sich häufig nicht absehen lässt, ob es bei dieser anfänglichen Einschätzung bleibt.

Informationen 1/18: bke-Stellungnahme - Lob, Kritik und Beschwerden

Ein konstruktiver Umgang mit Lob, Kritik und Beschwerden gehört derzeit zu den wichtigsten Themen der Jugendhilfe. Ein aktives Rückmelde- und Beschwerdemanagement ist ein wichtiges Element der fortwährend reflexiven Gestaltung professioneller Prozesse. Ziel ist eine selbstverständliche Auseinandersetzung mit unbeabsichtigten Nebenwirkungen und den Folgen von Fehlern und Versäumnissen des beruflichen Handelns. Im Vordergrund stehen dabei die Auswirkungen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen, die eigentlichen Adressaten der Jugendhilfe. Ihre Perspektive gewinnt vor der gegenwärtigen Diskussion um eine Neugewichtung der Rechte von Kindern und Jugendlichen besondere Bedeutung.

Informationen 1/18: bke-Stellungnahme - Kultur- und migrationssensible Aspekte beraterischen Handelns in Kinderschutzkontexten

Erzieherisches Verhalten von Eltern und damit verbundene Bedürfnisse und Motivationen sind durch kulturelle Prägungen sowie durch Erfahrungen im Verlauf einer Migration mit geformt. Das gleiche gilt für das damit korrespondierende Verhalten der Kinder. Auffällige Verhaltensweisen von Kindern sind für Fachkräfte der Jugendhilfe immer ein Anlass, zu überprüfen, ob diese Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung sein können. Bei Kindern aus Migrationsfamilien müssen dabei die kulturellen und sozialen Hintergründe der Motive der Eltern, ihres »mitgebrachten« Erziehungsverhaltens und der Verhaltensweisen der Kinder in der Gefährdungseinschätzung hinreichend berücksichtigt werden. Die Fachkräfte bedürfen in diesem Zusammenhang einer entsprechenden Sensibilisierung - ebenso wie die betroffenen Eltern für hierzulande vorherrschende Erziehungsnormen und geltende Gesetze im Rahmen entsprechender Beratungs- und Unterstützungsangebote sensibilisiert werden müssen.

Informationen 3/17: bke-Hinweis - Sinn und Zweck von statistischen Erhebungen in der Erziehungsberatung

In der Institutionellen Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII besteht nach § 98 SGB VIII die Verpflichtung zur Beteiligung an der Bundesstatistik der Hilfen zur Erziehung. In § 99 SGB VIII sind die Erhebungsmerkmale festgelegt. Weitere Anforderungen an die statistische Erfassung der Beratungsarbeit bestehen durch unterschiedliche Interessen vor Ort. Von einigen Regionen, insbesondere in Großstädten, werden Kataloge von Merkmalen vorgegeben, die für alle Erziehungsberatungsstellen im Einzugsbereich verbindlich zu erheben sind. Auch einige Länder erlassen Vorschriften zur Abgabe von statistischen Daten und zum Erstellen der jährlichen Tätigkeitsberichte. Träger haben ein Interesse daran, die verschiedenen Einrichtungen in ihrer Trägerschaft in einheitlichen Zahlenwerken darstellen zu können, so dass noch weitere oder anders ausgeprägte Merkmale hinzu kommen können.

Informationen 3/17: bke-Hinweis - Rahmenbedingungen der Institutionellen Erziehungsberatung

Räume - Ausstattung - Abgrenzung zu anderen Diensten - Teamassistenz

Die fachgerechte Wahrnehmung der Aufgaben einer Erziehungsberatungsstelle braucht strukturelle Voraussetzungen im Aufbau sowie in der Planung und der Gestaltung der Arbeitsabläufe, um dem gesetzlichen Auftrag nach § 28 SGB VIII zu entsprechen. Die räumlichen und organisatorischen Bedingungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Realisierung des geschützten und vertraulichen Rahmens der Beratung. Sie tragen dazu bei, die Niedrigschwelligkeit der Inanspruchnahme von Erziehungsberatung herzustellen und zu sichern. Der Erfolg der Hilfe ist in hohem Maße von der Gestaltung der grundlegenden Rahmenbedingungen abhängig.

Informationen 3/17: bke-Stellungnahme - Für Jugendliche und junge Erwachsene

Das differenzierte Angebot der Erziehungsberatung

Unter dem Motto »Jugend ermöglichen« ist zu Beginn des Jahres 2017 der 15. Kinder- und Jugendbericht erschienen. Der Bericht widmet sich dem Jugendalter als Lebensphase mit ganz besonderen Herausforderungen, deren Bewältigung prägend für das Leben ist. Mit den drei Begriffen »Qualifizierung«, »Selbstpositionierung« und »Verselbstständigung« beschreibt der Bericht die zentralen Entwicklungsschritte, die Jugendliche bewältigen müssen. Es gilt für Politik und Kinder- und Jugendhilfe gleichermaßen, sich mit besonderen Konzepten und Herangehensweisen auf die Bedürfnisse von Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzustellen. Die Beteiligung und der Einbezug junger Menschen in die Politik und in Planungen sowie Entscheidungen, die sie betreffen, ist der zentrale Gedanke der Umsetzung einer Jugendstrategie.

Informationen 2/17: bke-Onlineberatung - Das Konzept der bke-Onlineberatung für Jugendliche und Eltern

Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) hat im Jahr 2000 im Rahmen eines Modellprojekts ihr Angebot einer Onlineberatung gestartet. Dieses Pilotprojekt mit dem Titel Sorgenchat und Online-Beratung im Internet wurde in der ersten Phase vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen finanziert. Hinzu kamen die Länder Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und der Bund. Seit dem Jahr 2005 finanzieren die 16 Bundesländer gemeinsam das Beratungsportal, das Land Bayern hat die Federführung übernommen.

Informationen 1/17: bke-Stellungnahme - Wirksamkeit für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Eltern entfalten

Prävention, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit von Erziehungsberatungsstellen im Kontext Flucht und Asyl

In einem ersten Text hat sich die bke 2016 zu grundlegenden fachlichen Aspekten der Beratung von Familien im Kontext Flucht und Asyl geäußert. Die nun vorliegende zweite bke-Stellungnahme zu Hilfen für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Eltern behandelt Fragen der Prävention, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Die abgestimmte Ausgestaltung dieser Bereiche setzt den strukturellen Rahmen, um geflüchtete Familien mit ihren Bedürfnissen in ihren Lebenszusammenhängen gut zu erreichen, und trägt damit wesentlich bei zur Entfaltung wirksamen fachlichen Arbeitens in diesem wichtigen Zukunftsfeld der Erziehungsberatung.

Informationen 3/16: bke-Hinweis - Statistische Erfassung einzelfallunabhängiger Aktivitäten von Erziehungsberatungsstellen

Die statistische Erfassung der Tätigkeiten in den verschiedenen Arbeitsbereichen hat in der Erziehungsberatung eine wichtige Bedeutung; zum einen hinsichtlich der Darstellung der geleisteten Arbeit in der Fachöffentlichkeit und bei den politisch Verantwortlichen, zum anderen für eine fundierte Planung zukünftiger Aktivitäten und Schwerpunkte. Während die bke-Erhebungsmerkmale zur Erfassung von Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII auf der Bundesstatistik aufbauen und dadurch auch ihre Struktur bekommen, gibt es eine solche bundeseinheitliche Vorgabe bei der Erhebung der fallunabhängigen Aktivitäten einer Erziehungsberatungsstelle nicht.

Informationen 3/16: bke-Stellungnahme - Unterstützung und Hilfe für Kinder und Jugendliche mit psychisch erkrankten Eltern

Die Belange von Kindern und Jugendlichen, in deren Familie Vater, Mutter oder beide psychisch erkrankt sind, sind in den letzten Jahren weiter in den Blick der Fachöffentlichkeit gerückt. Insbesondere die Notwendigkeit der interdisziplinären Unterstützung und das Zusammenwirken der Fachkräfte, die sich aus der Zuständigkeit mehrerer Sozialgesetz­bücher ergibt, die die Hilfen regeln, ist dabei in den Fokus genommen worden. Unterschiedliche Strukturen und Herangehensweisen in den Systemen Gesundheitswesen und Jugendhilfe erschweren in der Praxis leicht den Blick auf den konstruktiven Abstimmungsbedarf zwischen den Handlungsfeldern zugunsten der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien. Im Netzwerk der Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten spielt Erziehungsberatung eine wichtige Rolle. Insbesondere die für alle Familienmitglieder gegebene Möglichkeit, die Fachkräfte der Erziehungsberatung unkompliziert und niedrigschwellig erreichen zu können, ist von hervorzuhebender Bedeutung.

Informationen 2/16: bke-Stellungnahme - Aspekte der Beratung von Familien im Kontext Flucht und Asyl

Die Angebote von Erziehungsberatungsstellen stehen allen Kindern, Jugendlichen und Eltern offen - unabhängig von deren Herkunft und Aufenthaltsstatus. Vor allem Kinder und Jugendliche aus Familien in kritischen und krisenhaften Lebenssituationen, also auch Migranten- und Flüchtlingsfamilien sowie begleitete und unbegleitete minderjährige Asylbewerber sind in besonderer Weise zu berücksichtigen, da bei ihnen von einer erhöhten Vulnerabilität und von vermehrtem Beratungsbedarf ausgegangen werden kann. Das setzt voraus, die Angebotsstruktur der Beratungsstellen primär an den Bedarfslagen von Menschen mit Fluchterfahrung zu orientieren und erst sekundär an Spezifika des Trägerprofils oder an fachlichen Besonderheiten im Team der Beratungsstelle.

Informationen 2/16: bke-Hinweis - Entbindung von der Schweigepflicht

Erziehungsberatung als Leistung der Jugendhilfe erfolgt grundsätzlich zum Wohle der Kinder und Jugendlichen, deren Eltern die Beratung aufsuchen, zur Förderung der Erziehungsfähigkeit der Eltern sowie der gesunden Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Kinder und Jugendliche nehmen auch aus eigenem Antrieb in einer Not- und Konfliktlage nach § 8 Abs. 3 SGB VIII Beratung in Anspruch. Ihre Anliegen stehen immer im Mittelpunkt bei der Planung des beraterischen Vorgehens, unabhängig davon, von wem die Initiative zur Beratung ausgeht, von ihnen selber, von den Eltern oder von anderen erzieherisch verantwortlichen Personen. Das vernetzte Arbeiten im Sozialraum und die Kooperation mit anderen Institutionen und Regeleinrichtungen innerhalb und außerhalb der Jugendhilfe gehört standardmäßig zur Fachlichkeit der Erziehungsberatung. Auch dabei ist das Wohl der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien stets handlungsleitend.

Informationen 2/16: bke-Stellungnahme - Chancen und Risiken einer familienergänzenden Betreuung für Kleinkinder unter drei Jahren

Seit August 2013 besteht ein Rechtsanspruch auf eine familienergänzende Betreuung für Familien mit Kindern ab dem 1. Lebensjahr. Die Kinderkrippe gehört heute zum gesellschaftlichen Alltag. Dennoch wird die Diskussion um das Für und Wider der Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren weiter sehr kontrovers geführt. Bedauerlicherweise steht dabei oft nicht das Ziel einer möglichst positiven kindlichen Entwicklung im Vordergrund. Stattdessen sind die Diskussionsbeiträge häufig ideologisch motiviert oder werden von fachfremden Positionen dominiert.

Informationen 1/16: bke-Hinweis - Dokumentationsbogen zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung

Einen Hinweis, was bei der Dokumentation von Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII zu beachten ist, hat die bke 2012 veröffentlicht. Nun ist in der Kommission für Rechtsfragen der bke der vorliegende Dokumentationsbogen (ab S. 16) zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung entwickelt und vom Vorstand der bke verabschiedet worden. Die bke legt damit einen Leitfaden zur Dokumentation vor, der den Anforderungen der gesetzlichen Vorgaben im SGB VIII und im BKiSchG entspricht.