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Von der Perspektive des Kindes zur effektiven Familien-Kurzzeittherapie
Dreiteiliges Basistraining nach der Methode 
 Feeling-Seen - Teil 1 von 3
Kursnummer: FS 21.1
Referent: Dipl.- Psych. Michael Bachg
Tagungsstätte: Feeling-Seen-Institut im Nikolai-Zentrum
PLZ / Ort: 49074 Osnabrück - Die Übernachtung i
Teilnehmerzahl: 18
Kursgebühr: 215,– Euro 185,– Euro für Mitglieder der LAG (ohne Unterkunft und Verpflegung)
Datum: 01.09.2021 14:00 Uhr - 03.09.2021 13:00 Uhr
Anmeldeschluss: 5.7. 2021
Feeling-Seen ist ein emotionsfokussierter, ressourcenorientierter und körperbezogener Familientherapie-Ansatz. Ausgehend von interaktionistischen Entwicklungstheorien zum Erwerb von Affektregulation und Beziehungsfähigkeit erhalten die Teilnehmenden Impulse zur Förderung mentalisierter Affektivität und bindungsorientierten Interventionen mit Kindern und Jugendlichen im familientherapeutischen Setting. Zentral geht es zunächst um die Erfüllung häufig bislang unentdeckter Bindungserwartungen des Kindes. Dazu werden Interaktionserfahrungen mit imaginierten idealen Bezugspersonen dramaturgisch so gestaltet, dass Emotionsregulation eintritt. Dieses mitzuerleben berührt emotional häufig auch die anwesenden Eltern. Sie können so in ihrem »reflexiven Empathievermögen« (Oppenheim und Koren-Karie 2009) gefördert und dadurch gestärkt – zu einer einbettenden Kultur für die Entwicklung ihres Kindes werden.
Ein spezifisches Konzept der Elternarbeit in Form von Elterngruppen bzw. regelmäßig stattfindenden therapeutischen und bindungsorientierten Elterngesprächen bildet die zweite Säule des Feeling-Seen Ansatzes. Auch die Elterngespräche werden in diesem Basistraining geübt.

In den drei aufeinander aufbauenden Kursen werden die theoretischen Grundlagen des Vorgehens dargestellt, die therapeutische Praxis anhand von Videosequenzen erläutert und in Übungsformaten trainiert.

Ziel
Die Teilnehmenden kennen die Grundzüge des Ansatzes FeelingSeen und haben diese in praktischen Anwendungen sowohl in der Fortbildung selbst als auch begleitend in der Praxis erprobt. Sie sind in der Lage, äußerlich erkennbare Affekte des Kindes und der Eltern in deren subjektiv-gefühlsmäßigem Erleben zu benennen, so dass »mentalisierte Affektivität« (Fonagy et al. 2008) gefördert wird. Darüber hinaus besitzen sie konkrete Fertigkeiten, aktualisierte Erinnerungen an belastende Erfahrungen mit Hilfe imaginativer Techniken auf der Grundlage der Rekonsolidierungstheorie positiv zu beeinflussen.

Inhalt
Teil 1 Einführung in Feeling-Seen
- Partizipation, das Kind als Subjekt im therapeutischen Dialog
- interaktionistische Entwicklungstheorien
- gegenwärtiges Bewusstsein, das Konzept der erinnerten Gegenwart
- Wahrnehmung und Verhalten
- das Lesen mentaler Zustände
- Mikrotracking des gegenwärtigen Bewusstseins mit Kindern
- Jugendlichen und Eltern
- emotional korrigierende Erfahrungen im dreidimensionalen Raum
- Antidote und die Kreation synthetischer Erinnerungen
- die Rekonsolidierungstheorie
- das 5-Phasen-Modell des therapeutischen Prozesses
- das Wirkmodell von Feeling-Seen,
- Indikation, Möglichkeiten und Grenzen.


Teil 2 Einführung in die Elternarbeit
- Grundentwicklungsbedürfnisse
- das interaktionistische Entwicklungsmodell des Selbst
- Innere Stimmen
- Notfallpläne des Kindes
- Integration der Eltern in den Therapieprozess
- körperorientierte Interventionen im Familiensetting
- Eltern-Teaching, Elterncoaching
- Elterntherapie
- Externalisierungstechniken bei Gesprächen mit Jugendlichen und Eltern
- innovative Vorgehensweisen zur Bearbeitung von elterlichen Übertragungen und Projektionen auf das eigene Kind, bzw. auf den anderen Elternteil.

Teil 3 Widerstände, Omnipotenz, Trauma
Folgende Themenbereiche können im dritten Kursteil mit Feeling-Seen angesehen bzw. bearbeitet werden
- Gerechtigkeit
- Mitgefühl
- Altruismus und Gewalt
- Bearbeitung von Überverantwortlichkeit von Kindern und Jugendlichen
- Trennung, Scheidung, Patchwork
- spezifische Themen und Störungsbilder
- u.a. oppositionelles Verhalten, dissoziales Verhalten
- nicht suizidales selbstverletzendes Verhalten
- Depression im Kindes- und Jugendalter
- Mobbing, Suizidalität von Kindern und Jugendlichen
- Traumatisierungen und ihre Folgeerscheinungen
- Schul- und Leistungsprobleme
- psychosomatische Erkrankungen etc. aus der Perspektive von Feeling-Seen.

Methoden
- Vortrag
- Video-Demonstrationen
- Kleingruppenarbeit sowie weitere verschiedene Übungsformate

Weitere Termine:
Teil 2, 
FS 20.2: 8.–10. 12. 2021
Teil 3, 
FS 20.3: 2.–4. 3. 2022

Alle Teile sind nur komplett buchbar.

Hinweis
Allgemeine Teilnahmevoraussetzungen für Weiterbildungsfolgen siehe Seite 33 im Programmheft 2021.