Konzepte der Schematherapie in der Beratung mit Kindern, Jugendlichen und Eltern

Teil 1 bis 7

Online-Weiterbildung – inhaltlich identisch mit Präsenzformat

Ziel

Die Teilnehmer/-innen dieser Weiterbildung haben Kenntnisse über zentrale Aspekte und grundlegende Konzepte der Schematherapie. Sie erkennen hinter emotionalen und Verhaltensproblemen die zugrunde liegenden psychischen Grundbedürfnisse, können diese mit fehlangepassten (maladaptiven) Schemata in Verbindung bringen und sind in der Lage, diese Kenntnisse altersangemessen und bildungsunabhängig Kindern, Jugendlichen und deren elterlichen Bezugspersonen zu vermitteln. Sie kennen ihre eigenen Schemata und sind in der Lage, damit verbunden Selbstfürsorge zu praktizieren (Burnout-Prophylaxe).

Inhalt

Die Schematherapie (ST) kann im Kontext der sogenannten »dritten Welle« der Verhaltenstherapie eingeordnet werden und bezieht besonders die Emotionen, aber auch entwicklungspsychologische Gesichtspunkte zentral in ihre diagnostischen und therapeutischen Überlegungen mit ein. Schemata gelten dabei als tiefverwurzelte, fehlangepasste Muster (z.B. Misstrauen oder Emotionale Entbehrung), die aufgrund einer Interaktion von Temperament und emotionsintensiver psychosozialer Schlüsselsituationen (z. B. Deprivationserfahrungen durch die Eltern oder Betreuungspersonen) entstanden sind. Darüber hinaus beruht ST auch auf einem Modell der »psychischen Grundbedürfnisse« und ihrer »Schicksale« im Lebensverlauf. Daher scheint die ST im Bereich der Erziehungsberatung besonders geeignet, diagnostische, beratende und handlungsleitende Konzepte zu generieren.

In der Weiterbildung werden zunächst die Grundzüge der ST skizziert, auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen übertragen, um im weiteren Verlauf auf Inhalte des Schema-Coachings für Eltern zu fokussieren. Im Zentrum des gesamten Kursangebotes stehen die Vermittlung und Einübung von Strategien, die sich in der schema- und modusgeleiteten, verhaltenstherapeutischen Praxis im Kindes- und Jugendalter bewährt haben.

Kursteile 1 bis 6

Im ersten einführenden Teil liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung des schematherapeutischen Erklärungsmodells (Grundbedürfnisse, Schemata und Bewältigungsstrategien) und wie sich dieses im Beratungsalltag abbildet. Erste Möglichkeiten der Diagnostik werden vermittelt und z.T. eingeübt (z.B. »Imaginäres Elterninterview«).

In den folgenden Teilen 2, 3 und 4 werden das Modus-Modell und die Modusarbeit Schritt für Schritt aufgezeigt und eingeübt. Zentrale Techniken dabei sind die Erstellung eines selbstwertdienlichen Persönlichkeits-Modells mithilfe einer Modus-Skizze und die Durchführung von Modus-Interviews, z.T. flankiert vom Einsatz mit Fingerpuppen, Modus-Karten oder Stühlen.

In den Kursteilen 5 und 6 steht das »Schema-Coaching für Eltern« im Zentrum. Hierbei werden zunächst Explorationsmöglichkeiten elterlicher Ressourcen, Bedürfnisse, Modi und Schemata dargestellt. Anhand typischer dysfunktionaler Modus-Konstellationen zwischen Eltern und Kind werden Einblicke in ungünstige Transaktionsprozesse zwischen Eltern und Kind beleuchtet. Als Erweiterung des Schema-Genogramms lernen die Teilnehmer/-innen das »Haus der Generationen« kennen, das Eltern schemabezogene Zusammenhänge zwischen der eigenen Herkunfts- und der aktuellen Familie verdeutlicht. Zuletzt wird die visualisierte Fallkonzeption vorgestellt, die Berater/-innen hilft, komplexe Fälle im Beratungsalltag besser und gezielte schema- und modusgeleitete Hilfestellungen zu geben bzw. einzuleiten.

Die vorgestellten schematherapeutischen Ansätze und Methoden sind gut integrierbar in systemische Beratungskontexte.

Nach wenigen Wochen finden sich alle Teilnehmer/-innen zu einer Follow-up-Veranstaltung zusammen, in der Erfahrungen ausgetauscht und offene Fragen bearbeitet werden können. Dieses Follow-up wird ebenfalls als Ein-Tages-Veranstaltung im gleichen Zeitfenster wie die einzelnen Teile online angeboten. Es wird automatisch mitgebucht.

Methoden

Die Weiterbildung wird online über die Plattform »Zoom« durchgeführt und bietet neben grundlegender Theorievermittlung viel praktische Anschauung durch Bild- und Videomaterial sowie kleine Übungen in den Breakout-Räumen zur Übertragung in die eigene praktische Arbeit. Alle Teile finden von 8.30 Uhr bis 14.00 Uhr statt. Es ist Gelegenheit, die Inhalte in kleine Lerneinheiten aufzuteilen, und diese zwischen den Input-Phasen praktisch zu üben. Nach Abschluss aller Teile inclusive Follow-up stellt die Fort- und Weiterbildung auf Wunsch eine Gesamt-Teilnahmebestätigung aus (Einreichen aller Nachweise; Frist: Jahresende).

Hinweis

  • Alle sieben Kursteile sind nur zusammenhängend und vollständig buchbar.
  • Die Weiterbildung wird vom Referenten online mit der Plattform Zoom durchgeführt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Laptop/Computer mit einer/ Kamera, Mikrofon sowie eine stabile und schnelle Internetverbindung (Download mind. 3MB/Upload mind. 1MB, Test unter www.speedtest.net) sowie die Akzeptanz der Zur Datenverarbeitung bei zoom: https://explore.zoom.us/de/privacy/ Die Zugangsdaten werden kurz vor dem Kurs bekanntgegeben. Ihre Anmeldung für diesen Kurs ist nur gültig mit einer unterschriebenen Zusatzvereinbarung u.a. bzgl. Zoom.
  • Zielgruppe: Der Kurs ist sowohl für erfahrene Fachkräfte der Beratung geeignet, wie auch für Berufsanfänger/-innen. Er ist inhaltlich identisch mit dem gleichen Angebot im Präsenz-Format (S. 16)

Termine

  • Teil 1: Dienstag, 7. 3. 2023
  • Teil 2: Dienstag, 14. 3. 2023
  • Teil 3: Dienstag, 21. 3. 2023
  • Teil 4: Dienstag, 28. 3. 2023
  • Teil 5: Dienstag, 16. 5. 2023
  • Teil 6: Dienstag, 23. 5. 2023
  • Teil 7: Dienstag, 20. 6. 2023

jeweils 8.30-14.00 Uhr

Kursnummer
ST 23

Termin
-

Leitung
Dr. Christof Loose

Kursgebühr
70,– Euro
60,– Euro für LAG-Mitglieder

Anmeldeschluss

Teilnehmerzahl
20

Anmeldung

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