bke-Stellungnahmen und bke-Hinweise

Mit bke-Stellungnahmen äußert sich die bke zu Fragen von grundsätzlicher Bedeutung für das Gebiet der Erziehungs- und Familienberatung. bke-Hinweise geben Anregungen zur praktischen Gestaltung der Arbeit in den Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Die Texte in beiden Rubriken sind durch Beschluss des Verbandes autorisiert.


icon Informationen 1/22 - Die neuen bke-Qualitätsstandards
Anfang des Jahres hat die bke die Neufassung ihrer Qualitätsstandards veröffentlicht. Die bke hatte die Debatte um neue Steuerungsmodelle in der Jugendhilfe bereits in den neunziger Jahren aufgegriffen. 1999 entstanden unter dem Titel QS 22 – Qualitätsprodukt Erziehungsberatung Qualitätsstandards für die praktische Arbeit. Neben einer Beschreibung des Leistungsspektrums von Erziehungsberatungsberatungsstellen – das sind Beratung und Therapie, präventive Angebote und Vernetzungsaktivitäten – wurden Qualitätsmerkmale für die Arbeit der Einrichtungen nach Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität gegliedert und jeweils ausführlich dargestellt. Die aktuelle Veröffentlichung QS EB – Qualitätsstandards für die Erziehungs-, Familien- und Jugendberatung ist eine Fortschreibung und Aktualisierung von QS 22.
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icon Informationen 1/22 - bke-Hinweis: Bedrohung im Beratungskontext
Hintergründe, Präventions- und Schutzmaßnahmen
Die Gefährdung von Beratungsstellenteams und einzelnen Mitarbeitenden durch konkrete Drohungen, (Sach-)Beschädigung, verbale oder tätliche Angriffe durch Ratsuchende ist in der Regel selten. Dennoch machen einzelne Mitarbeitende von Beratungsstellen (Beratungsfachkräfte ebenso wie die Teamassistenz), ganze Teams und auch ihre Trägerstrukturen irgendwann Erfahrungen mit belastenden Grenzüberschreitungen durch Ratsuchende. Gefordert ist dann ein stets reflektiertes, abgestimmtes Vorgehen bei allen Beteiligten, bei den betroffenen Mitarbeitenden, dem Team, der Leitung und dem Träger. Hilfreich ist, bereits vor Eintritt einer Bedrohungslage Überlegungen anzustellen, wie der Schutz im Ernstfall bestmöglich gewährleistet werden kann und welche Maßnahmen vorbeugend ergriffen werden sollten.
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icon Informationen 3/21 - bke-Hinweis: Die Bedeutung von § 20 SGB VIII für die Erziehungsberatung
Die Neufassung des ehemaligen § 20 SGB VIII war gegen Ende des Reformprozesses im jetzigen Wortlaut als § 28a gedacht. Absicht des BMFSFJ war der erklärte Wille, dass diese Hilfe niedrigschwellig, unbürokratisch und flexibel betroffenen Familien zur Verfügung stehen soll. Als Vorbild diente die Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII, die anerkanntermaßen diese Qualitätsmerkmale aufweist und deshalb auch für die Umsetzung dieser Hilfe prädestiniert erschien. Dass es anders kam, hatte verschiedene Gründe. Der bedeutsamste und damit richtigerweise zutreffende ist, dass diese Hilfeform nicht in die Systematik der Hilfen zur Erziehung (HzE) passt, sondern sich zu sehr davon unterscheidet. Was allerdings bleibt, ist die besondere Stellung, die »Erziehungsberatungsstellen oder anderen Beratungsdienste und -einrichtungen nach § 28« hier einnehmen.
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icon Informationen 3/21 - bke-Stellungnahme: Chancen nutzen, Potenziale erkennen, Kompetenzen sichern - Zum Umgang mit den veränderten Ausbildungsgängen an den Hochschulen
Gesellschaftliche Entwicklung findet gleichzeitig auf vielen Ebenen und in verschiedenen Bereichen statt. Diese Entwicklungen und teilweise tiefgreifenden Veränderungen spiegeln sich auch im Pluralismus der angebotenen Ausbildungsgänge an den Hochschulen. Mit dem Deutschen Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen (DQR) ist zudem ein neues Verständnis von Ausbildung und Lernen über die gesamte Lebensspanne hinzugekommen. Die Umstellung des Bildungssystems im Zuge der Bologna-Reform seit 1999 entfaltet nun ihre Wirkung. Neben den Studiengängen, die vorher als Diplom-Studiengänge bekannt waren, gibt es zahlreiche Möglichkeiten von Spezialsierungen bei der Schwerpunktsetzung vor allem in Masterstudiengängen. Es stellt sich zunehmend die Frage, welche Abschlüsse und welche Studieninhalte ein Kompetenzspektrum der einzelnen Fachkraft wie auch des multiprofessionellen Teams gewährleisten, das zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben einer Erziehungsberatungsstelle befähigt, und auf welcher Basis (ergänzt durch Fort- und Weiterbildungsangebote) die Einarbeitung gut gelingen kann. Im Folgenden werden diejenigen Kompetenzen, die jede Fachkraft für die Arbeit in der Erziehungsberatung aus der Hochschulausbildung mindestens mitbringen sollte, benannt und in einen Gesamtkontext eingeordnet.
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icon Informationen 2/21 - bke-Hinweis: Blended Counseling: Erziehungsberatung per Video
Viele Erziehungs-, Familien- und Jugendberatungsstellen haben anlässlich der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, die seit März 2020 in unterschiedlichem Ausmaß bis in den Sommer 2021 hinein fortbestand, damit begonnen, Videoberatung anzubieten und haben damit über diese Zeit hinaus ihre Beratungsformate und Zugangswege erweitert.
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icon Informationen 2/21 - bke-Stellungnahme: Zur SGB VIII-Reform - Die Weiterentwicklung der Erziehungs-, Familien- und Jugendberatungsstellen durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz
Im April bzw. Mai 2021 hat zunächst der Bundestag das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) beschlossen und im Anschluss daran hat auch der Bundesrat dem Gesetz zugestimmt. Damit ist nach einem langen, ausführlichen und durchaus kontrovers geführtem Diskussions- und Beteiligungsprozess die Umsetzung der SGB VIII-Reform in die Wege geleitet worden. Mit dem dreistufigen Inkrafttreten von der Unterzeichnung im Juni 2021 bis in das Jahr 2028 sind die Regelungen sehr weitreichend in die Zukunft hinein getroffen worden.
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icon Informationen 1/21 - bke-Stellungnahme: Auch in der Pandemie: Flexible Hilfe und unkomplizierten Zugang gewährleisten
Die ohnehin schon großen Herausforderungen im Alltag, die bei der Betreuung, Erziehung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen bestehen, haben sich nach fast einem Jahr Pandemie-bedingter gesellschaftlicher und familiärer Ausnahmesituation für sehr viele Familien noch verstärkt. Es gibt kaum Planungssicherheit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hinzu kommen die sich verstärkenden Sorgen um die Gesundheit und die Zukunft. Was für Familien in stabilen Lebenslagen gilt, gilt umso mehr für Eltern, Jugendliche und Kinder mit besonderen Belastungen, z. B. durch familiäre Konflikte, Armut oder individuelle Probleme wie psychische Erkrankungen. Auf diese Belastungen und vor allem die mangelnde Beteiligung und Berücksichtigung der entwicklungspsychologisch bedingten Bedürfnisse von jungen Menschen bei der Pandemie-Bekämpfung ist vielfach hingewiesen worden (vgl. BJK 2020, Forum Transfer). Einschlägige Studienergebnisse über die Situation von Jugendlichen und Familien in der Pandemie-Zeit liegen ebenfalls bereits vor (vgl. Andresen et al., 2020, Forum Transfer).
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icon Informationen 1/21 - bke-Hinweis: Umgang mit Selbst- und Fremdgefährdung in Erziehungsberatungsprozessen
Die Kernaufgabe der Beratungsfachkräfte in Erziehungsberatungsstellen ist es, Ratsuchende bei der Klärung und Bewältigung ihrer häufig als Krisen wahrgenommenen Problemlagen zu unterstützen. Nicht immer gleich als solche zu erkennen sind dabei bestimmte akute existenzielle Krisen, die zwar selten vorkommen, dafür aber in ihrer Bedeutung für die Ratsuchenden und ihr Umfeld umso gravierender sind. Am Beispiel der Selbst- oder Fremdgefährdung wird nachfolgend ein professionelles und verantwortliches Vorgehen zur Vorbereitung auf und zum Umgang mit Ausnahmesituationen im multiprofessionellen Team von Erziehungsberatungsstellen beschrieben.
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icon Informationen 1/21 - bke äußert sich zum Entwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)
In Heft 3/20 der Informationen für Erziehungsberatungsstellen wurde die Stellungnahme der bke zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz - KJSG), das vor allem die SGB-VIII-Reform umfasst, abgedruckt. Mittlerweile ist das Gesetzgebungsverfahren weiter fortgeschritten. Nachdem der Bundestag sich in erster Lesung mit dem Entwurf befasst hat, folgte die Stellungnahme des Bundesrats und die öffentliche Anhörung im Familienausschuss. Seit Mitte März nun liegt die Gegenäußerung der Bundesregierung vor. Mit der zweiten und dritten Lesung sowie Verabschiedung im Bundestag wird Ende März gerechnet. Der Bundesrat könnte das Gesetz im Mai 2021 beschließen, wenn bis dahin eine Einigung zwischen Bund und Ländern erfolgt ist. Das Inkrafttreten wäre dann unmittelbar danach.
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