spacer

Diese Weiterbildungsfolge kann nur komplett belegt werden!

ACHTUNG: Anmeldeschluss bis 22. März verlängert!

Der Beginn des ersten Durchgang dieser neuen Weiterbildungsfolge wurde auf Juni 2010 verschoben:



 

Beschreibung der Weiterbildungsfolge

Zielgruppen
Die Weiterbildung richtet sich speziell an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich der Erziehungs- und Familienberatung mit Berufserfahrung und abgeschlossener Zusatzqualifikation. Als Zusatzqualifikation gelten insbesondere psychotherapeutischen Weiterbildungen und die Weiterbildung zum/zur Erziehungs- und Familienberaterin bke.

Ziele
Die Weiterbildung zum/zur SupervisorIn baut auf den bereits erlernten Fertigkeiten und Praxiserfahrungen der TeilnehmerInnen auf und erweitert, vertieft und komplettiert diese. Erworben werden persönliche, organisatorische, diagnostische, methodische und auftragsorientierte Kompetenzen, die für die Supervision von Einzelnen, Gruppen, Teams und Organisationen aus dem psychosozialen und pädagogischen Bereich qualifizieren.

Konzept
Supervision als Arbeitsweise trägt zur Klärung der beruflichen Rolle, Motivation und Aufgabenstellung bei (rollenbezogene Supervision), fördert und erweitert die berufliche Handlungskompetenz im Umgang mit verschiedenen Klientengruppen (klientenbezogene Supervision), möchte die Kommunikation, Kooperation und Arbeitszufriedenheit erhöhen (kooperationsbezogene Supervision), hinterfragt organisatorische Strukturen, Leitbilder und Entwicklungspotentiale (organisationsbezogene Supervision) und verhilft zur Reflexion und Bearbeitung verschiedenster Barrieren im Berufsalltag:
• Barrieren in der persönlichen beruflichen Entwicklung,
• Barrieren in der Fallarbeit und im Klientenkontakt ,
• Barrieren im Team,
• Barrieren in der Hierarchie,
• Barrieren in der Organisation,
• Barrieren, die generell durch die verschiedenen Konstruktionen von Wirklichkeit entstehen.

Supervision verändert durch Methoden der Reflexion und Organisationsentwicklung Interaktionsprozesse auf den verschiedensten Ebenen und verhilft zur fruchtbareren Nutzung vorhandener Kräfte und Ressourcen sowie zur Entwicklung neuer Sichtweisen und Möglichkeiten.
Das Supervisionssystem ermöglicht die Reinszenierung des Problems. Zusammen mit dem Einnehmen einer Metaposition und der Einführung eines Perspektivenwechsels werden ein tieferes Verstehen und neue Interventionsansätze im Beratungssystem ermöglicht. Dabei wird zunächst die Komplexität des Geschehens durch die Schaffung von Räumen für gemeinsames Denken erhöht, um Handlungsmöglichkeiten zu schaffen. Der zweite Schritt ist die sinnvolle Reduktion der Komplexität, um eine vom Einzelnen realisierbare Alternative auszuwählen. Dabei wird eine systemisch-konstruktivistische Sichtweise genutzt.


Im Bereich Erziehungs- und Familienberatung sind die folgenden Themen von besonderer Bedeutung für Supervision:
• Fragen zur Arbeitsbelastung, Motivation und beruflichen Weiterentwicklung
• Entwicklung von Kompetenzprofilen und Nutzung von Ressourcen
• Umgang mit individuellen und familiären Notlagen und Krisensituationen
• Screening und Risikoeinschätzung bei Kindeswohlgefährdung
• Teamsupervision in Kindergärten, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen
• Konstruktiver und meditativer Umgang mit Konflikten und Hochstrittigkeit
• Effektive Fallsteuerung und Moderation bei Multiproblemstellungen
• Hilfreiche Vorgehensweisen in der professionellen Netzwerkgestaltung
• Entwicklung kooperativer, unterstützender Beratungsstrategien
• Impulse und Fragen zur Team- und Projektentwicklung
• Fragen zur Leitung und administrativen Einbindung von Beratungsstellen
• Fragen zur Organisationsentwicklung, Leitbilddiskussion etc.
• Gesellschaftspolitische Relevanz erziehungsberaterischer Themen
• Interkulturelle Frage- und Problemstellungen

Teil 1 (5 Tage)
Grundlagen von Supervision, theoretische Basiskonzepte

• Definition und Geschichte der Supervision
• Theorie- und Handlungsansatz im Arbeitsfeld Supervision
• Bedeutung von Supervision und Metapositionen im Handlungskontext Erziehungs- und Familienberatung
• Pragmatische Theorien zu den verschiedenen Bereichen der Supervision
• Systemisch-konstruktivistisches Verständnis von Supervision
• Kenntnisse der institutionellen, sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen von Supervision; berufsethische Gesichtspunkte, Haltungen und Werte
• Fachliche und persönliche Fürsorge zum Schutz von SupervisandInnen
• Arbeitsfeldbezogene juristische Kenntnisse, z.B. KJHG
• Rollenbiographie und soziale Bezugssysteme, berufliche Identität
• Rekonstruktion der eigenen Kommunikationsmuster im Spannungsfeld: Person - Rolle - Gruppe/Organisation
• Kommunikation als innerer und äußerer Prozess

Teil 2 (5 Tage)
Supervisorischer Kontext

• Supervisorische Settings (Einzelsupervision, Teamsupervision, Leitungssupervision, Fallsupervision; Coaching, Institutions- und Organisationsberatung)
• Interne und externe Supervision in Erziehungsberatungsstellen
• Zusammenwirken von Klienten, Helfer-System und Supervisionssystem im Kontext der Arbeitsorganisation und gesellschaftlichem Kontext: Wie wirken Leitungs- und Führungskräfte in das System? Wie sind die Vernetzungen?
• Supervision zwischen Kontrolle und fachlicher Unterstützung
• Exemplarische Leitungssupervision und Coaching
• Phasen des Supervisionsprozesses
• Kontext- und Auftragsklärung
• Hypothesenbildung und Informationsschöpfung
• Konflikt-, Feld- und Problemanalyse
• Entwicklung von Zielen und Strategien
• Dokumentation und Evaluation
• Qualitätskriterien einer wirksamen Supervision

Teil 3 (6 Tage)
Formen und Methoden der Supervision I

Spezifische Supervisionsfertigkeiten
• Analoge Verfahren in der Supervision und Beratung
• Diagnose und Intervention als rekursiver Prozess
• Supervision als Instrument der Fallsteuerung und -begleitung
• Nutzung verschiedener Settings in der fallbezogenen Supervision (Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision)
• Einführung in das Covisions-Modell
• Nutzung von Ressourcen und kreativen Lösungen, Einsatz verschiedener Methoden und Techniken ( Rituale, Geschichten, Rollenspiel, Doppeln, „Reflecting Team" u.a.)
• Fokussierung und Zielformulierungen
• Bearbeitung von Ängsten, Widerständen und Gegenübertragungen
• Exemplarische Anwendung fallbezogener Supervisionen
• Spezielle Problemstellungen in der Erziehungsberatung
• Supervision bei Krisen und Grenzsituationen in der Beratung
• Externe Fallsupervision bei Kindeswohlgefährdung

Teil 4 (6 Tage)
Formen und Methoden der Supervision II

Didaktische Mittel und Medien im Supervisionsprozess
• Moderationstechniken
• Fragetechniken und Denkstrategien
• „feed-back"-Möglichkeiten
• Visualisierungsmöglichkeiten
• Einsatz von Videotechnik
• Metaphorische Techniken
• Skulpturarbeit und systemische Aufstellungen
• Konfliklösungsstrategien
• Spezielle Problemstellungen aus der Erziehungsberatung
• Einsatz von Supervision bei Mediation/Hochstrittigkeit
• Supervision bei interkulturellen Konflikten

Teil 5 (6 Tage)
Supervisionssystem und Gruppenprozess

Dynamiken und Strukturen in Teams und Gruppen
• Systemische Modelle zur Beschreibung und Erklärung von Prozessen
• Identität und Rollen in professionellen Bezügen
• Mystifikationen und Ressourcen von Teams
• Umgang mit Konflikten, Widerständen und Arbeitsstörungen
• Sozial- und Verantwortungsethik, Corporate Identity
• Unterstützung von Teamprozessen und Teamentwicklung
• Aufgabenklärung, Motivation und Zielvereinbarungen
• Praktische Modelle und Methoden der Teamsupervision
• Hilfereiche Vorgehensweisen im sozialen Netzwerkaufbau
• Kooperative und institutionsübergreifende Fallsteuerung
(insbesondere bei Multiproblemstellungen)

Teil 6 (6 Tage)
Organisation und Reorganisation,
Grundlagen der Organisationsberatung
Organisationstheorie

• Aufbaustruktur und Funktionsweisen von Organisationen
inneres Leitbild und Organisationsleitbild
• Prinzipien der Organisationsentwicklung
• Organisationskultur
• Organisationsphasen
• Lernende Organisation
• Homöostase und Veränderung in Teams und Organisationen
• Nutzung von Krisen zum Change Management
• Vernetzung von Beratungssystem in Organisationen
• Interne/externe Berater-/Beraterinnenrolle
• Prozessberatung - Coaching - Stressmanagement
• Konfliktmediation in Institutionen
• Ressourcenorientierte Umstrukturierung in Institutionen
• Praktische Beispiele ( Kindergarten, Schule, Jugendhilfebereich)
• Supervision und Begleitung von Projektarbeit
• berufsethische Aspekte


Teilnahmebedingungen
Folgende Voraussetzungen müssen bei Beginn der Weiterbildung erfüllt sein:
1. Universitäts- oder Fachhochschulabschluss in einer der Fachrichtungen der Erziehungs- und Familienberatung
2. Weiterbildung zum/zur Erziehungsberaterin bke in Verbindung mit

  • aktuell mindestens einer halben Vollzeitstelle in einer EB oder
  • aktuell weniger als einer halben Vollzeitstelle in einer EB zuzüglich mindestens 2 Jahren Erfahrung in psychosozialer Beratung, vorzugsweise Erziehungs- oder Familienberatung ODER
 eine andere im Weiterbildungsregister der DGSv eingetragene Zusatzqualifikation zuzüglich mindestens 2 Jahren Berufserfahrung in psychosozialer Beratung, vorzugsweise Erziehungs-oder Familienberatung

3. Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im Feld der Erziehungs- und Familienberatung in Verbindung mit einer  therapeutischen Zusatzqualifikation - auch außerhalb des Weiterbildungsregisters der DGSv.

4. Nachweis der Teilnahme an mindestens 30 Sitzungen Einzel- und Gruppensupervision innerhalb der letzten 5 Jahre.

5. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin muss die Möglichkeit zur supervisorischen Arbeit nachweisen. Über Ausnahmen entscheidet die bke.

Zeitorganisation
Die Vermittlung der Theorie und Praxis der Supervision in der Erziehungs- und Familienberatung erfolgt in 6 Kurseinheiten. Dabei umfassen 4 Einheiten je sechs Tage und zwei Einheiten je fünf Tage. Insgesamt umfasst diese Weiterbildung 34 Tage zu je 8 UStd., in der Summe 272 UStd.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben an einer Einzelsupervision (Lehrsupervision) im Umfang von 15 Sitzungen mit 22,5 Zeitstunden teilzunehmen. Der/die Lehr-Supervisor/in muss von der DGSv anerkannt sein. Er/sie soll Erfahrungen mit der Erziehungs- und Familienberatung haben. Die Lehrsupervision wird von den Teilnehmer/innen selbst organisiert.

Es ist eigene Supervisionspraxis (Lernsupervision) im Umfang von 30 Sitzungen mit 45 Zeitstunden erforderlich. Die Supervision kann mit Einzelnen, Teams, Gruppen, Institutionen und Organisationen erfolgen.

Die gesamte Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren.

Curricularer Aufbau
Jeder der 6 Weiterbildungs-Blöcke hat Themenschwerpunkte, die aufeinander aufbauen, so dass für die Teilnehmerinnen ein kontinuierlicher Lernprozess für die Arbeit als Supervisorin möglich wird.

Nach Einführung in theoretische Grundlagen, Rahmenbedingungen, Organisation und Ablaufstrukturen der Supervision, zu denen auch ethische und rechtliche Fragen zählen, und Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Supervision im erziehungsberaterischen Kontext, stehen Formen und Methoden der Supervision im Mittelpunkt der Ausbildung. Hierzu zählen spezifische Supervisionsfertigkeiten und kreative Techniken wie auch der Einsatz didaktischer Mittel und Medien im Supervisionsablauf.

Steht zu Beginn eher die rollen-, leitungsbezogene und fallbezogene Supervision im Vordergrund, werden im zweiten Abschnitt verstärkt Gruppen- und Teamsupervision, Teamentwicklung, Vernetzung und Organisationsberatung bearbeitet.
Die Weiterbildung wird insgesamt als ein Prozess verstanden, in dem das System der Lernenden und Lehrenden notwendige und sinnvolle Umstrukturierungen anstoßen und bewirken kann, um die Ressourcen der Teilnehmerinnen effektiv zu nutzen und supervisorische Kompetenzen gezielt zu fördern.

Voraussetzungen für Erlangen des Zertifikats
• Erfolgreiche Teilnahme an den 6 Kursen
• Erstellen theoriebezogener schriftlicher Arbeiten während der Weiterbildung
• Erstellen einer schriftlichen Abschlussarbeit
• Nachweis der Lernsupervision im Umfang von 30 Einheiten mit 45 Zeitstunden
• Nachweis der Lehrsupervision im Umfang von 15 Einheiten mit 22,5 Zeitstunden
• Schriftliche Auswertung des Lehrsupervisionsprozesses
• Schriftliche Stellungnahme des/der Lehrsupervisors/-supervisorin
• Vorlage einer Abschlussarbeit (Sie ist Voraussetzung für die Zulassung zum Abschlusskolloquium.)
• Erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium

Gebühren der Weiterbildung

Die Gebühren betragen pro sechstägigem Kursteil der Weiterbildung 400,– EURO, für LAG-Mitglieder 340,– EURO. Die Gebühr für die fünftägigen Kursteile beträgt 340,– EURO, für LAG-Mitglieder 280,– EURO. Die Weiterbildung kann nur vollständig belegt werden.

Die Gebühr für LAG-Mitglieder kann nur berechnet werden, wenn sechs Wochen vor Beginn der Weiterbildung eine LAG-Mitgliedschaft vorliegt. Nach Beginn der Weiterbildung ist eine Änderung der Kursgebühren durch die Mitgliedschaft in einer LAG nicht mehr möglich.